Unsere Stoffwindeln – Teil 2

img_1143Hallo ihr Lieben! Vor Kurzem hatte ich hier berichtet, welche Vor- und Nachteile Stoffwindeln bieten, warum und welche wir vor Felix‘ Geburt gekauft haben und wie der erste Eindruck war. Heute soll es nun darum gehen, wie das „Experiment Stoffwindel“ verlief und zu welchem Schluss ich gekommen bin.

 

Aller Anfang ist schwer…

Gleich nach Felix‘ Geburt im Krankenhaus wurde er ganz selbstverständlich mit den Pampers gewickelt, die uns dort zur Verfügung gestellt wurden. Und ich war anfangs auch wirklich nicht unglücklich darüber. Wer schon einmal den ersten Stuhlgang eines Säuglings („Mekonium“) erleben durfte, weiß, wovon ich rede. Schwarze, teerartige Blasen. Igitt!

Dann blieb unser kleiner Spatz ja leider noch eine Woche wegen einer Neugeboreneninfektion auf der Säuglingsstation und wir wickelten ihn auch dort erstmal weiter mit Pampers.

Trautes Heim, Stoff allein?

Als wir nach 9 Tagen endlich heim kamen, stellten meine Hebamme und ich ziemlich schnell fest: die Aussage, dass die Stoffwindeln ab der Geburt verwendbar sind, ist doch etwas optimistisch! Mit 48cm und 3.170g gehörte unser Baby sicher zu den kleineren Neugeborenen – und ging in den Stoffwindeln noch hoffnungslos unter. Außerdem passten die Hosen in Gr. 50/56, die ihm eigentlich viel zu groß/lang waren, kaum über die monströse Windel. Der Windeltest wurde also noch aufgeschoben.

In der Zwischenzeit kaufte ich fleißig die Einwegwindeln diverser Firmen und fand doch die Pampers Premium Protection am überzeugendsten. Felix machte mehrmals am Tag seine Häufchen und mit jedem war ich ein kleines bißchen froher darüber, die eingeschmierten Windeln einfach wegschmeißen zu können und mich nicht weiter damit befassen zu müssen.

Der Moment der Wahrheit

Schließlich entschloss ich mich, einen ernstzunehmenden Versuch mit unseren schicken Stoffwindeln zu starten. Meine Hebamme und ich zogen Felix die erste Stoffwindel an. Kurz darauf verließ ich das Haus, um mit ein paar anderen Mamas einen Kaffee zu trinken. Und vergaß nicht nur die Windeln zum Wechseln, sondern auch den Aufbewahrungsbeutel für die benutzte Windel. #fail. Mit einer geschnorrten Wegwerfwindel am Kind und einem stinkenden Bündel im Kinderwagenkorb kamen wir etwas geknickt wieder heim.

Beim nächsten Ausflug nahm ich die entsprechende Ausstattung mit. Und stellte fest: 2-3 Stoffwindeln nehmen gaaanz schön viel Platz in der Wickeltasche weg. Und wie ihr neulich in meinem Post lesen konntet, passt wirklich schon eine ganze Menge Zeug in meine Wickeltasche… 😉 Und die benutzten Windeln müssen ja auch noch irgendwohin. Am besten ohne den Inhalt noch weiter zu verteilen.

Ach, noch ein Wort zum Inhalt: ich hab ja so ein paar Blätter von der Vlieseinlage in die Windel gelegt. Beim weichen Muttermilchstuhl war das für mich allerdings leider pure Augenwischerei. Nicht nur, dass der Windelinhalt konsequent am Vlies vorbeilief und -tropfte, nun musste ich also auch noch in die volle Windel fassen, nach dem Vlies tasten und dieses herausziehen. Möglichst ohne meine oder Babys Kleidung einzusch…mieren… 😉

Es lief also gelinde gesagt nicht optimal. Hinzu kam, dass ich ohnehin schon viel Wäsche zu waschen und zu trocknen habe. Ohne Trockner. Also auf dem Wäscheständer. Klar dauerte das im heißen Hochsommer auf dem Balkon nicht lange, aber Auf- und Weghängen nahmen schon Zeit in Anspruch. Die Windelhosen hätten ohnehin nicht in den Trockner gedurft. Und mehrere Waschladungen zusätzlich, mit einem Baby, das sich nie („nie“!!) ablegen ließ? Ein enormer zusätzlicher Stressfaktor! Eine interessante, völlig unerwartete Erkenntnis: Stoffwindeln, die man nicht gleich nach dem Waschen aufhängt, sondern in der Waschmaschine vergisst sich selbst überlässt lässt bis die Hölle zufriert, trocknen nicht. Nein, sie entwickeln mitunter einen recht eigensinnigen Odeur. Punkt.

Nicht zuletzt habe ich aber einfach festgestellt, dass ich mich einfach gern so fern wie möglich von Felix‘ Windelinhalt halte. Also am liebsten mehrere Meter. Mit spitzen Fingern. Und ausschließlicher Mundatmung. Als Hundemama, die noch jedes Häufchen ihres Vierbeiners aus Gebüschen, Laubhaufen, Regenpfützen gefischt hat, hatte ich das nicht unbedingt erwartet.

Nägel mit Köpfen

Ich entschied also sehr bald, die Windeln wieder zu verkaufen.

Obgleich ich nach wie vor einige Vorteile von Stoffwindeln wahnsinnig toll finde, war es leider einfach nichts für mich.

Immerhin hatten mich aber schon viele Leute auf den geringen Wertverlust hingewiesen. Und die Windeln waren bis auf ein paar ja sogar noch unbenutzt. Mal davon abgesehen, dass selbst bei einem „Festpreis“ immer noch gefeilscht wird wie auf dem Basar, habe ich eine weitere wertvolle Erkenntnis gewinnen dürfen: Google auf beim Windelkauf. Oder: Gut recherchiert ist halb gewonnen! Hätte ich nämlich beim Kauf selbst nach besseren Angeboten gesucht, hätte ich schlussendlich auch keinen argen Wertverlust zu beklagen gehabt.

Es stellte sich heraus, dass es das neue Stoffwindel-Sparset bei einem anderen Anbieter für jeweils 45€ weniger gegeben hätte.  Tolle Verhandlungsposition! Ungeachtet der Tatsache, dass ich also mehr gezahlt hatte, ließ sich natürlich kein potenzieller Käufer dazu herab, meine Preisvorstellungen zu erfüllen. Schließlich haben beide Sparsets jeweils ein nettes neues Zuhause gefunden. Ich habe aber leider ein Drittel des ursprünglichen Kaufpreises verloren. Nun gut, das hab ich ja auch selbst verbockt…

Hier also meine Erkenntnisse aus dem Stoffwindelexperiment, „in a nutshell“:

  • Baby-Häufchen sind bäh.
  • Wäsche waschen nervt.
  • Stoffwindeln sind groooß.
  • Baby-Häufchen sind bäh.
  • Recherchieren, bevor man was kauft!
  • Baby-Häufchen sind bäh.

In diesem Sinne noch einen schönen Sonntag-Abend! 

Benutzt Ihr Stoffwindeln? Seid ihr zufrieden? 

Eure Katrin

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