Mein erster Saftfasten-Tag und wie meine Saftkur fürchterlich schief ging

„Ziemlich spontan.“ Das würde mir als erstes zu meiner Saftfasten-Kur einfallen. Ich hatte schon viel über frisch gepresste Säfte allgemein und Juice Detox im Besonderen gelesen und einige Kuren auf anderen Blogs mitverfolgt, daher stand für mich schon länger fest, dass ich unseren nagelneuen Entsafter auch mal für solch eine Detox-Kur „missbrauchen“ wollte.

Wie ich das Ganze angegangen bin und wie es mir körperlich, aber auch mental, am ersten Tag damit ergangen ist, erfahrt Ihr in diesem Post.

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Wie alles begann
Die Meinungen zum Detox allgemein und auch zum Saftfasten gehen weit auseinander. Manche halten das Ganze für Humbug, andere meinen, es handele sich lediglich um einen Placebo-Effekt, wieder andere schwören auf einen jährlichen Frühjahrsputz für den Körper.

Ich persönlich finde die Idee von einer Reinigung des Körpers faszinierend. Für das Saftfasten habe ich mich entschieden, da man vorher keine Darmentleerung machen muss, und immer noch „Nahrung“ zu sich nimmt, wenn auch nur flüssig. Eine Fastenkur „ohne alles“ wäre mir für den Einstieg einfach zu hart gewesen. Außerdem soll sich das Saftfasten auch gut mit dem Arbeitsalltag verbinden lassen, obgleich man natürlich einige Zeit für das Einkaufen und das Zubereiten der Säfte einplanen muss.

Eigentlich hatte ich meine Saftfasten-Kur für das Osterwochenende (Donnerstag bis Montag) vorgesehen. Fünf freie Tage daheim kamen mir sehr passend für ein Projekt vor, bei dem ich mehrmals täglich frisch in der Küche Saft pressen müsste. Da wir aber an dem langen Wochenende bestimmt den einen oder anderen Ausflug machen wollten und auch etwas nettes zusammen kochen und essen wollen würden, entschied ich am vergangenen Freitag „ziemlich spontan“, den Juice Detox doch bereits ab gestern (also Sonntag bis Donnerstag) anzugehen. Gleichzeitig könnte ich so die Umsetzung an zweieinhalb Bürotagen erproben.

Was ich mir erhoffte
Leider leide ich schon seit Jahren unter Verdauungsproblemen, deren Ursachen auch mit diversen Tests und Methoden nicht auf die Schliche zu kommen war. Von meinem Juice Detox erhoffe ich mir daher natürlich eine Phase der Entspannung für Magen und Darm.

Abnehmen möchte ich durch die Saftkur aber definitiv nicht, obwohl das für Einige sicherlich ein wichtiger Effekt ist. Saftfasten soll einen Gewichtsverlust von ein paar Kilo in ziemlich kurzer Zeit möglich machen. Umso mehr bin ich gespannt, wie sich eine solche Fastenzeit bei Detoxern mit Normalgewicht auswirkt.

Außerdem habe ich, zusammen mit meinem Liebsten, vergangene Woche begonnen, wieder einer gesünderen Ernährung näher zu kommen. Während der ersten Woche waren die Verlockungen allerdings noch sehr groß. Ich hoffe, dass mir der Juice Detox relativ zu Beginn meines Clean Eating-Experiments nochmal einen großen Motivationsschub gibt und mich für die nächste Zeit ernährungstechnisch in die richtige Richtung „schubst“.

So sollte die Saftfasten-Zeit ablaufen
Ich will von gestern (Sonntag) bis kommenden Donnerstag fasten, also 5 komplette Tage. An diesen Tagen möchte ich täglich ca. 3 Liter frisch gepressten Saft zu mir nehmen. Außerdem nur Wasser oder ungesüßten Kräutertee. Wahrscheinlich werde ich immer zwei Portionen Saft auf einmal zubereiten, um den Aufwand etwas zu reduzieren. An meinen Arbeitstagen werde ich 2 Liter Saft mit in die Arbeit nehmen und dort über den Tag verteilt trinken.

Welche Säfte es gestern gab und wie ich mich dabei fühlte

8:00 Uhr – Frühstück:
0,5 Liter Saft aus Apfel, Ananas, Karotte und Spinat. Habe gleich einen ganzen Liter gepresst und die Hälfte für die zweite Saftportion im Kühlschrank aufbewahrt. Der Saft selbst schmeckte sehr lecker und erfrischend. Ich steh einfach total auf Ananas!

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Hunger hatte ich danach nicht mehr wirklich. Im Anschluss an das Frühstück habe ich eine knappe halbe Stunde mein Freeletics-Training gemacht und dann noch 0,5 Liter Wasser getrunken, da ich wahnsinnigen Durst hatte.

11:15 Uhr – 2. Saft:
Vormittags gab es nochmal 0,5 Liter desselben Safts, den ich bereits zum Frühstück hatte, während ich in der Wohnung Klar Schiff machte.

13:30 Uhr – 3. Saft:
0,5 Liter Saft aus Birne, Apfel, Rote Beete und Spinat. Den Nachmittag habe ich hauptsächlich im Arbeitszimmer und dann lesend auf dem Sofa verbracht. Kurz bevor der 4. Saft geplant war, habe ich leichte Kopfschmerzen bekommen und bin beim Lesen auf dem Sofa für eine Dreiviertelstunde eingenickt.

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15:45 Uhr – 4. Saft:
Nach meinem Nickerchen gab es nochmal 0,5 Liter des Birne-Apfel-Rote-Beete-Spinat-Safts. Die Kopfschmerzen wurden leider noch stärker. Ich habe nochmal recherchiert und denke, dass es sich dabei um die Wirkungen des Kaffeeentzugs handeln dürfte.

18:00 Uhr – 5. Saft:
Am frühen Abend habe ich mir die dritte Saftvariation für den Tag ausgedacht und wieder einen Liter entsaftet. Nach dem erdigen Rote-Beete-Saft hatte ich eher Appetit auf etwas Tropisches und habe daher Mango, Orange, Grapefruit, Spinat und Möhre kombiniert. Der Saft, von dem ich gleich 0,5 Liter trank, wurde genau wie erwartet: frisch, fruchtig, tropisch! Sehr erfrischend! Die Kopfschmerzen waren nicht mehr so stechend, sondern hatten sich in eine Art dumpfe Betäubung gewandelt…

20:00 Uhr – 6. Saft:
Zum Abendessen kochte ich ein Thai-Curry mit Pute und viel Gemüse, dazu Vollkornreis für meinen Mann. Obwohl ich nicht wirklich Hunger hatte, bekam ich beim Kochen einen mörderischen Appetit auf etwas Herzhaftes und vor allem etwas zu Kauen.

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Trotzdem trank ich gemütlich auf dem Sofa meine letzten 0,5 Liter tropischen Saft für diesen Tag und eine Tasse Kräutertee und ging dann gegen 22 Uhr schlafen.

Mein Fazit nach Tag 1:
Hunger hatte ich über den Tag eigentlich nicht, obwohl ich manchmal schon gern etwas „Richtiges“ zu essen gehabt hätte. Detox-Symptome hatte ich in Form von Kopfweh und Müdigkeit. Alles in allem ist mir der erste Saftfasten-Tag aber gut bekommen.

Dann kam Tag 2…

…und leider musste ich mein Juice Detox-Experiment heute abbrechen. Ich habe gerade per Hand Orangen gepresst, als ich mich etwas zittrig und schwach fühlte. Kurz darauf lag ich auch schon mit hochgelegten Füßen im Flur, weil mein Kreislauf nicht mehr mitmachte.

Als ich dann mit Hilfe von Traubenzucker wieder halbwegs fit war, habe ich entschieden, dass ich es bei dem einen Tag Saftfasten belassen würde. Ich habe ohnehin gelegentlich mal einen schwachen Kreislauf und muss da auf mich achten. Weitere 4 Tage wollte ich meinem Körper lieber nicht zumuten. Schließlich geht es beim Detox auch darum, auf seinen Körper zu hören und für ihn das Richtige zu tun.

Zugegeben, ich bin schon etwas enttäuscht. Ich hätte gern die letzten Detox-Tage mit ihrer Frische und Wachheit erlebt 😦

Statt dessen werde ich das Thema „Frühjahrsputz für den Körper“ lieber anders weiterverfolgen. Ich werde für den Rest der Woche weiter auf Koffein verzichten, dafür mehr Wasser trinken und mein Clean Eating-Projekt mit meinem Mann weiterverfolgen.

Ein Gutes hatte mein Saftfasten-Tag auf jeden Fall: ich hatte sowohl gestern als auch heute ausgesprochen Appetit auf gesunde Lebensmittel! Mein Körper wird seinen Detox also noch bekommen, nur etwas anders als geahnt… 🙂

Habt Ihr schonmal einen Juice Detox gemacht? Welche Effekte hatte die Saftkur für Euch?

Eure Katrin

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