Mein erster Halbmarathon

IMG_4331„Wow, war das toll!“ – Nie hätte ich gedacht, dass es diese vier Worte sein würden, mit denen ich meine Erfahrung „Halbmarathon“ zusammenfassen würde.
Lange Zeit war ich eher ein Laufmuffel, zeitweise dann fast überehrgeizig dabei, bevor ich wieder fast gar nicht mehr laufen mochte.
Wie ich trotzdem die Liebe zum Laufen entdeckt und den langen Weg bis ins Ziel meines ersten Halbmarathons bestritten habe, erzähle ich Euch in diesem Post.

Damals war alles besser?

Bis 2010 war ich höchstens eine Gelegenheits-Schönwetter-Einmal um den Park-mit Freundin quatschen-Joggerin. Ich sage ganz bewusst „Joggerin“, denn zum Laufen gehört für mich mittlerweile viel mehr.

Ende 2009 habe ich dann meinen heutigen Mann kennengelernt. Er war schon einige Male Marathon gelaufen und lief mehrmals die Woche. Ich lief gelegentlich mit ihm, blieb halbwegs dabei, kaufte dann auch irgendwann mein erstes richtiges Paar Laufschuhe.

Ende August 2010 bin ich dann meinen ersten richtigen 10km-Lauf gelaufen und war von der Zeit (52:30 Min.) völlig begeistert.
Trotzdem habe ich das Laufen nicht als festen Bestandteil meines Alltags und meiner Sportroutine unterbringen können. So richtig Spaß machte mir das Training nicht.

Ab Beginn der Laufsaison 2013 hatte ich dann eine gute Phase, bis Mitte des Jahres lief ich vier 10km-Volksläufe und nutzte auch mal einen Trainingsplan aus dem Internet (ich finde die Trainingspläne von Runnersworld sehr hilfreich, gerade wenn man als Neuling ja keine bis wenig Ahnung hat). Dadurch wurde das Lauftraining aber immer mehr zu einer weiteren Verpflichtung und der Spaß litt manchmal enorm darunter. Neben der Examensvorbereitung noch ca. 3 anstrengende Trainingsläufe in der Woche zu machen überforderte mich nicht nur zeitlich. Auch mental war die Anstrengung zu spüren, zumal ich ja auch mein Fitnesstraining weiterführen wollte.
Als dann auch die erhofften besseren Ergebnisse bei den Laufveranstaltungen ausblieben und mit ihnen die Lust, überhaupt regelmäßig laufen zu gehen, konnten selbst 30 Minuten Laufen erscheinen wie eine Ewigkeit. Gerade je näher das Examen rückte und je größer der Druck wurde.

Seitdem habe ich es zwar immer mal wieder mit dem Laufen probiert. Bin mit und ohne Mann, mit und ohne Hund gelaufen. Alles in allem aber doch eher sporadisch!

Ohne Uhr, ohne Druck

Bis Ende 2014. Kurz vor Weihnachten gab es einen Samstagmorgen mit tollem sonnigen Wetter. Ich war am Morgen früh aufgestanden und konnte schon erahnen, dass bald die Sonne aufgehen würde. Ich verspürte Lust, das schöne Wetter zu nutzen und mich draußen an der frischen Luft zu bewegen. Also schnürte ich die Laufschuhe, nahm mein Handy mit der Laufapp mit, stellte die Uhr an und lief einfach los. Und lief. Und lief… Am Ende war ich 12,5km gelaufen, die weiteste Distanz, die ich je gelaufen war! Und es hatte richtig Spaß gemacht.
Den Januar über dümpelte der Sport dann noch ein bißchen so vor sich hin, ich lief zwar wieder mehr, cirka einmal pro Woche, aber ich wusste nicht, was ich wollte – Laufen, Yoga, Fitness? Alles oder nichts?

Erst mit dem vergangenen Februar und der Sport-Challenge, über die ich in meinem ersten Post bereits kurz berichtet hatte, fiel endgültig der Groschen: als ich 7 Tage pro Woche Sport in meinem Leben unterbrachte, war endlich Zeit für „alles“. Ich habe jede Woche 3-4 Laufeinheiten, 2-3 HIIT-Workouts und 1-2 Yoga-Sessions kombiniert. Ganz, wie es mir beliebte.
Und nach wie vor habe ich beim Laufen daheim meine Uhr angestellt und bin einfach losgelaufen. Auf die Uhr habe ich erst daheim nach dem Lauf wieder geschaut und die Zeit gestoppt. Trotzdem wurde ich mit der Zeit schneller, aber ohne unangenehmen Druck. Ich lief, wie es die Tagesform, der Muskelkater, die Strecke zuließ – ich hörte auf meinen Körper.

Während dieser Zeit wuchs in mir auch der Wunsch, gemeinsam mit meinem Mann beim 13. Lufthansa Halbmarathon Anfang März anzutreten. Und als ich hörte, dass die Kanzlei, in der ich zwei Tage pro Woche arbeite, ein Team für den Halbmarathon aufstellte, war ich endgültig dabei.
Im Training flog ich weiter nur so dahin. Selbst Strecken von 13,5 bis 17,5 km meisterte ich mit guter Musik und viel Spaß!

Der 13. Lufthansa Halbmarathon am 8. März 2015

Und dann war es endlich so weit: der Tag meines ersten Halbmarathons!
Die Nacht zuvor war ich sehr aufgeregt, obwohl ich mir bereits meine Ausrüstung zurechtgelegt und alles vorbereitet hatte. Der Chip war am Laufschuh, die Startnummer am Firmen-Team-Shirt angebracht.
Ich war aber so aufgeregt, dass ich sogar mitten in der Nacht aufwachte und mit den panischen Worten „Wir haben verschlafen, wir kommen zu spät zum Start!“ aus dem Bett sprang und bis ins Bad eilte, bevor ich überhaupt merkte, dass ich nur geträumt hatte…

Nach ein paar weiteren Stunden Schlaf, machten wir uns fertig und fuhren zur Commerzbank-Arena, damit mein Liebster sich noch nachmelden konnte. Dort frühstückten wir noch spontan Kaffee und Kuchen, genug Zeit war ja, bevor mich leider meine allgegenwärtigen Magenbeschwerden einholten und noch einmal für letzte Panik sorgten. Wie sollte ich bloß über 2 Stunden durchhalten?

Aber als ich die anderen Teammitglieder zum obligatorischen Team-Foto traf, verging die Aufregung langsam wieder.
Meine Erwartungen an den Lauf: mein Bestes geben, durchlaufen und Spaß haben!

Und als wir uns dann kurz vor dem Besenwagen in den allerletzten Startblock einordneten („lieber etwas tiefer stapeln, überholen kann man immer noch“), waren Aufregung und Magenbeschwerden auch wieder vergessen!
Der Startschuss knallte und jeder lief für sich los. Die ersten 3 Kilometer kamen mir vor wie ein Nadelöhr, ich kam einfach nicht gut voran, konnte kaum überholen und kam auch nicht gut in mein eigenes Tempo.

Aber ab da lief es dann wie am Schnürchen! Mit einem Schnitt von ca. 5:25 Min. pro Kilometer arbeitete ich mich langsam immer weiter vor. Das gute Wetter und die tolle Stimmung an der Strecke taten den Rest! Zum ersten Mal war ich froh, dass ich meine Kopfhörer daheim gelassen hatte, wenn auch widerwillig.

Witzigerweise sah ich die meiste Zeit meinen Mann irgendwo weiter vor mir. Er hatte schon geunkt, dass ich ihn bestimmt noch einholen würde, aber daran glaubte ich lange Zeit selber nicht. Irgendwo zwischen Kilometer 10 und 11 war es dann tatsächlich so weit: mit einem Klaps auf den Allerwertesten zog ich langsam an ihm vorbei. Die Hälfte war geschafft!

Auf der zweiten Hälfte konnte ich sogar tempomäßig nochmal etwas drauflegen, ich lief in etwa einen 5:05-er Schnitt pro Kilometer. Da ich im Training bereits 17,5km gelaufen war, wusste ich, dass ich auf jeden Fall laufend ankommen konnte und das beflügelte mich sehr.

Auch zum Schluss, als einige nur noch schlurften, zog ich noch an vielen vorbei und lief schlussendlich nach 1:54,43h unter tosendem Beifall für alle Halbmarathonis ins Ziel in der Commerzbank-Arena.

Das Gefühl war unbeschreiblich! Ich, die ich noch vor ein paar Monaten keine 30 Minuten durchlaufen konnte, ohne zu meckern, hatte tatsächlich meinen ersten Halbmarathon gefinisht.

Und ich hatte immer noch Lust auf mehr. Zum ersten Mal konnte ich mir sogar vorstellen, einmal für einen richtigen Marathon zu trainieren und dann die ganzen 42,195km zu bezwingen.
Mit einem alkoholfreien Weizenbier und trockener Kleidung versorgt, war für mich schon auf der Wiese vor der Commerzbank-Arena klar: Die Laufsaison 2015 hat für mich gerade erst begonnen!

Seid ihr schonmal selbst bei einer Laufveranstaltung mitgelaufen? Vielleicht sogar schon einen Halbmarathon oder mehr? Falls nein, könntet Ihr Euch das vorstellen?

Eure Katrin

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4 Gedanken zu “Mein erster Halbmarathon

  1. Toll! Viel Erfolg für die restliche Laufsaison!
    Ich habe bis jetzt erst auf einer Laufveranstaltung mitgemacht, da waren allerdings nur 10km zu bezwingen 😉 Die Stimmung war zwar wirklich super und es hat mir an dem Tag echt Spaß gemacht, aber ich laufe dann doch lieber alleine! 🙂
    LG Nicole

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    • Liebe Nicole, vielen Dank für deinen Kommentar! 🙂
      Da kann ich dich aber auch verstehen, manchmal ist mir beim Laufen auch einfach nach Stille und Entspannung und danach, mit meinen Gedanken allein zu sein!
      Trotzdem finde ich eine Laufveranstaltung dann und wann schon spaßig! Steigert auch gleich die Motivation im Training! Aber immer je nach Lust und Laune!
      Am kommenden Samstag laufe ich auch mal wieder einen 10km-Lauf, allerdings einen ganz kleinen, familiären Lauf! Da backen die Muttis vom Sportverein noch Kuchen 🙂 ganz toll! Vielleicht wäre so eine kleinere Laufveranstaltung ja auch mal was für dich?

      VG und auf jeden Fall noch viel Spaß beim Laufen!
      Katrin

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