„Ab morgen wird alles anders…“

…mit diesen Worten beginnt viel im Laufe eines Studiums. Und im Laufe eines Lebens.

Das neue Semester wird mit neugefundener Inbrunst und ungeahntem Fleiß begonnen. Jedes Mal. Die neue Woche ist eine Verheißung – wöchentlich. Und vom neuen Jahr fange ich gar nicht erst an…

Ob es um neue Lernstrategien, gesünderes Essen, weniger Kaffee, mehr Bewegung geht – neue Anfänge gibt es viele. Und viele von ihnen ziehen unweigerlich eines nach sich – Scheitern. Warum wagen wir dennoch immer und immer wieder den Neuanfang? Obgleich wir wissen oder doch zumindest ahnen, dass die Pläne, Vorsätze und Ziele genauso schnell wieder vergessen sind, wie sie zunächst Begeisterung hervorgerufen hatten? Und warum funktioniert der Wandel gerade bei uns nicht? Warum versuchen wir trotzdem Silvester für Silvester, Semester für Semester, wieder, ein besserer Mensch zu werden (was auch immer das für jeden von uns bedeutet)?

Ich denke, dass diejenigen von uns, die persönliche Ziele ins Auge fassen, etwas nicht akzeptieren wollen. Wir wollen nicht akzeptieren, dass wir in unseren alten Gewohnheiten feststecken. Wir wollen nicht akzeptieren, dass „das“ alles sein soll. Und nicht zuletzt wollen wir nicht akzeptieren, dass wir uns selbst, unser kostbares Leben und unsere Veränderung zum Positiven nicht selbst in der Hand haben sollen.

Aus meiner Erfahrung kann man aber auch nicht alles auf einmal anpacken. Aus den wenigsten wird von einem Tag auf den anderen ein 18-Punkte-Student, ein Health-Food-Junkie oder ein Marathonläufer. Aber nach und nach kann jeder von uns einige neue Gewohnheiten in seinem Leben etablieren und dieses nach und nach neu und auch glücklicher gestalten. Deshalb habe ich auch seit einiger Zeit das Konzept der „persönlichen Herausforderung für 1 Monat“, der Monats-Challenge für mich entdeckt. Dabei wählt man für sich eine persönliche Herausforderung, der man sich dann einen ganzen Monat widmet. Ohne Ausnahmen. Ohne Ausreden.

Beispielweise habe ich im Dezember 2014 für einen ganzen Monat Kaffee durch Tee ersetzt. Wenngleich ich manchmal das eine oder andere starke Kaffee-Verlangen verspürte, habe ich durchgehalten. Die ersten Tage waren hart; ich hatte regelrechte Entzugserscheinungen, vor allem starkes Kopfweh. Aber danach habe ich meine Liebe zum Tee wiederentdeckt. Die Sorte auszuwählen, auf die ich in gerade diesem Moment Appetit habe. Einen Beutel oder das gefüllte Teesieb in die Tasse oder Kanne zu hängen. Langsam das erhitzte Wasser in das Gefäß laufen zu lassen. Und nicht zuletzt die vielen verschiedenen Aromen, die die Welt des Tees für mich bereithält. Ganz in meiner eigenen Geschwindigkeit, Schluck für Schluck, genieße ich so einen Moment ganz für mich. Natürlich trinke ich mittlerweile auch wieder Kaffee, aber der Dezember hat mir gezeigt, dass es noch etwas abseits von Starbucks und Co. gibt, das bei mir beinahe in Vergessenheit geraten wäre.

Für den vergangenen Monat, also den Februar 2015, hatte ich mich entschlossen, einen Monat lang jeden Tag Sport zu treiben. Inspiriert wurde ich da durch einen anderen, tollen Healthy-Living-Blog, nämlich die liebe Kristin von eattrainlove.de! Sie hatte zu Beginn des Jahres ihre Eat Train Love Challenge ins Leben gerufen und auch ich wollte meinen Anteil daran haben!

Ich wollte den Winter-Blues bekämpfen, wieder in eine (schon verlorengeglaubte) Sportroutine finden und mich für den (hoffentlich bald nahenden) Frühling schon einmal sportlich aufstellen. Nicht nur habe ich ganze 27 Tage jeden Tag Zeit für Sport gefunden (zugegeben: an einem Tag habe ich geschummelt), sondern auch endlich wieder Lust am Laufen gefunden. Diese gipfelte schließlich sogar in meinem ersten Halbmarathon beim 13. Lufthansa Halbmarathon am 8. März 2015 in Frankfurt am Main.

Außerdem habe ich im Februar gemerkt, wie gut es mir tut, mich jeden Tag zu bewegen. Ob es nun eine halbe Stunde Yoga am Morgen, ein flotter Lauf mit oder ohne Hund oder ein herausforderndes HIIT-Workout war, jedes Mal war ich hinterher froh, es durchgezogen zu haben. So froh, dass ich dieses Gefühl gleich in den März mitgenommen habe. Ihr habt richtig gehört: ich mache nach wie vor (so gut wie) jeden Tag Sport.Mal mehr, mal weniger anstrengend oder lang, aber ich finde die Zeit dafür und fühle mich super damit! Die nächste Laufveranstaltung kommt bestimmt, ich denke sogar darüber nach, mal einen Marathon mitzulaufen, obwohl das natürlich eine lange und intensive Vorbereitungszeit bedeuten würde, die ich mit viel Respekt betrachte.

Außerdem hatte ich für den Februar einen weiteren Vorsatz gefasst: ich wollte wieder an jedem Tag einen langen Spaziergang mit unserem Hund unternehmen. Zu meiner Schande musste ich mir nämlich eingestehen, dass ich gerade über den Winter ziemlich faul geworden war. Der Park direkt vor unserer Tür war nah und verlockend, aber leider nicht so weitläufig, so dass dabei immer häufiger eher kürzere Touren herauskamen.

Außer an meinen langen Büro-Tagen, an denen ich immer erst im Dunklen heim komme, sollte es nun also wieder aktiver mit dem „Wau“ werden. Besonders an den Wochenenden sollte es dabei dann auch mal wieder für längere Wanderungen in den Taunus gehen. Und es war viel einfacher, als erwartet. Und es hat richtig Spaß gemacht, an der frischen Luft zu sein, der kleinen Maja beim Flitzen zuzusehen und mich mit meinem Mann unterhalten zu können. Das war nämlich ein fantastischer Nebeneffekt: an den Wochenenden kam mein Liebster immer von selbst mit! Und so ist im Laufe der letzten eineinhalb Monate eine tolle Gewohnheit für „die ganze Familie“ (bzw. das ganze „Rudel“) entstanden, die wir auch über den Februar hinaus beibehalten haben: an den Wochenenden frühstücken wir gemütlich und steigen dann alle drei ins Auto und machen einen langen Spaziergang. Während andere schon im Supermarkt an der Kasse warten, ihren letzten Kater ausschlafen oder beginnen, die Wohnung zu schrubben, verbringen wir ein paar schönen Stunden gemeinsam im Wald und entspannen von der zurückliegenden Woche.

Nach dem aktiven Februar wollte ich es in meiner Monats-Challenge für den März etwas ruhiger angehen lassen. Der März steht bei mir unter dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“. Jeden Abend notiere ich auf meinem Smartphone alles, wofür ich an diesem Tag dankbar war. Das kann von kleinen Dingen, wie einem wunderschönen Sonnenaufgang, bis hin zu den großen Dingen im Leben, wie den Menschen, die mir wichtig sind, gehen.

Außerdem versuche ich etwas, das ich am ehesten als „Jammer-Detox“ bezeichnen würde. Wenn ich merke, dass ich in bekannte Muster abschweife und mich wieder einmal über Gott und die Welt beklagen möchte, alles mal wieder grau und leer erscheint etc., versuche ich, etwas Positives an der Situation zu entdecken. Und meistens gelingt das auch. Egal, wie weit hergeholt der positive Gedanke erscheint, er setzt sich im Kopf fest und schubst mich zunächst aus festgefahrenen Verhaltensweisen. Aber manchmal merke ich auch, wie ich an meine Grenzen stoße und doch ins hemmungslose Meckern verfalle. Vermutlich ein Indiz, dass ich an diesem Bereich noch weiter arbeiten sollte… 😉

Lange Rede – kurzer Sinn: ich kann Euch das Prinzip der Monats-Challenge nicht genug ans Herz legen. Mit jedem Tag, und natürlich jedem Monat wachst ihr ein Stück und merkt, wozu Ihr in der Lage seid, wenn Ihr Euch der Herausforderung (erst einmal für eine begrenzte Zeit) stellt und einen Monat lang Eure ganze Energie und Willenskraft investiert.

Ich selbst werde mich jedenfalls in 2015 noch häufiger selbst herausfordern, also noch einige weitere Monats-Challenges angehen. Und natürlich auch auf LifeLawBalance darüber berichten 😉

Also halten wir fest: ab morgen wird bestimmt nicht alles besser. Aber wenn wir ab heute einen Schritt nach dem anderen gehen, und eine Veränderung nach der anderen anpacken, ist auch bereits ab heute ein kleines Stück unseres Lebens besser.

Fasst Ihr neue Vorsätze? Habt Ihr es auch schon einmal mit einer Monats-Challenge versucht? Zu welchem Thema? Was hat es Euch gebracht? Zu welchem Thema würdet Ihr es vielleicht gern einmal probieren?

Ich freue mich über Eure Kommentare und Fragen!

Eure Katrin

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6 Gedanken zu “„Ab morgen wird alles anders…“

  1. Hi Katrin!
    Ich stimme dir zu. Bei solchen Monats-Challenges lernt man eine ganze Menge über sich selbst und kann sich dadurch erstaunlich weiter entwickeln.
    Ich würde gerne mal einen ganzen Monat komplett ohne Plastik auskommen. Irgendwie kommt mir Plastik doch öfter ins Haus als mir lieb ist.

    Ein interessantes Thema für deinen Blog hast du dir ausgesucht. Ich bin gespannt auf weitere Beiträge!

    Viele Grüße
    Maike

    Gefällt mir

    • Liebe Maike,
      wow, dein Kommentar war der allererste auf meinem nagelneuen Blog! 🙂 Vielen Dank dafür, you made my day!
      Ohne Plastik – auch eine spannende Idee! Kann ich mir so ganz spontan kaum vorstellen, das fängt ja schon bei (meist recht sinnlosen) Plastikverpackungen von Obst und Gemüse an… Aber eine super Anregung, das eine oder andere „grüne“ Thema auch einmal mit einer Challenge zu bedenken!
      Ich würde mich freuen, wenn du noch öfter hier auf LifeLawBalance vorbeischauen würdest! Neue Posts sind bereits in Arbeit! 🙂 auf deinem Blog habe ich auch grad mal kurz reingeschaut, sieht toll aus, ich werde sicher noch etwas stöbern! Bis mein Blog so toll aussieht, wird es sicher noch etwas länger dauern! 😉
      Liebe Grüße, Katrin

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